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Momo Ohnewein

 

of the world

Studium: BA Prozessgestaltung am HyperWerk
Jahr: 2026



Wir leben in einer Welt der multiplen Krisen, deren Ursprünge in historisch gewachsenen, systemischen Strukturen von Ungleichheit, Ausbeutung und Herrschaft liegen. Dieser Zustand wird von einem dualistischen Weltbild und einem hierarchischen Verständnis von Materie und Leben im Allgemeinen gestützt und fortlaufend reproduziert.

Davon ausgehend beschäftige ich mich in dieser Bachelorarbeit mit der Frage: Wie kann Kunst, als Raum, Artefakt oder Situation, Momente kreieren, die es ermöglichen, die konstruierten Gefüge gelebter Realitäten und deren Auswirkungen auf die beteiligten Entitäten zu bezeugen, zu situieren, zu adressieren und zu verarbeiten? Insbesondere interessieren mich Kunstpraxen und -theorien, die versuchen, diese asymmetrischen Machtverhältnisse und Denkmuster aufzubrechen und so Prozesse der Verarbeitung und Auseinandersetzung, Formen des Widerstands sowie alternatives Zusammenleben erproben, erforschen und zentrieren.

Zu diesem Zweck analysiere ich die Komponenten Raum, Materie und Handlungsfähigkeit im Kontext von Kunst. Die Untersuchung macht deutlich, dass sich unser Verständnis der beteiligten Komponenten im Laufe der Zeit grundlegend verändert hat. Dies zeigt sich in einer Verschiebung von Objekt zu Subjekt, von passiv zu aktiv und allem dazwischen.

Auf der Grundlage zeitgenössischer ontologischer und epistemologischer Theorien zeigt diese Thesis, dass alle Komponenten des Phänomens Kunst, sowohl materielle als auch immaterielle, Entitäten sind und in einer ständigen Wechselwirkung zueinander und zu ihrer Umwelt stehen.

Daher argumentiere ich, dass Kunst als Artefakt, Situation oder Raum nicht nur mit ihrer Umgebung in Beziehung tritt und sich zu ihr verhalten kann, sondern dass sie dies niemals nicht tut. Diese komplexe Verflechtung veranschauliche ich anhand von vier künstlerischen Manifestationen. Davon ausgehend plädiere ich für die tiefgreifende ethische Bedeutung eines nichthierarchischen Verständnisses und Praktizierens von Kunst sowie des Lebens im Allgemeinen in einer krisenbehafteten Welt.