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Master
Kunst

Paula Henrike Herrmann

Innards 1–5

Polygame Organe. Bacon sagte: «Auf Englisch heißt es klinisch. Wenn ich den Begriff klinisch benutze, dann meine ich den totalen Realismus.» Die Tatsache, Malerei als «klinisch» zu bezeichnen, ist für mich entscheidend, weil sie einer- seits von einem Realismus spricht, der als Direktheit übersetzt werden kann. Zum anderen, weil das Wort «klinisch» im Bereich der medizinischen Versorgung verwurzelt ist, in der Klinik. Es ist eine Art Operation, um eine/die Wahrheit zu zeigen. Ich male (bewusst) unbewusst innere Zellkonstellationen, potentielle Organe … Ich interessiere mich für eine Art von Realismus, die nicht illustrieren will, die einfach ist, ohne eine Illusion zu öffnen. Ich habe vor kurzem angefangen, Kästen zu schaffen, in denen ich meine Bilder zeige oder auf denen ich male. Sie sind einerseits ein Rahmen und andererseits erweitern sie die Tiefe des Bildes, die der gespannten Leinwand. Es ist sogleich die buchstäbliche Erweiterung des sogenannten Mythos eines Gemäldes. Darin könnte sogar wirklich etwas ver- borgen sein…

Meine Diplomarbeit besteht aus einer Auswahl von Gemälden, die zusam- men eine Gruppe bilden. Jedes Exemplar der Gruppe hat verschiedene formale Eigenschaften und ist nicht verpflichtet, sich einer allgemeinen Formalität unter- zuordnen. Eine Kraft, die das Gemälde befähigt, ist die Kraft der Blastogenese (die Keimung).