NEXT GENERATION
JOURNAL

Institut Integrative Gestaltung | Masterstudio

Standard T

Standard T

Charleen Elberskirch, worum geht es in deiner Abschlussarbeit, mit der Du Dein Studium der Integrativen Gestaltung im Masterstudio abgeschlossen hast?
Im Fokus meiner Masterthesis «Standard T - the T-Shirt as mapping tool» steht der Umgang und die Relevanz von Daten als Gestaltungs-Grundlage sowie deren durch Künstliche Intelligenz gestützte Verarbeitung. Ich frage mich, welchen Mehrwert Daten für das Verständnis der komplexen Gegenwart und der darauf basierenden Gestaltung einer sozial und ökologisch nachhaltigeren Zukunft haben könnten.

Wie kamst Du auf dieses Thema?
Schon während meines Bachelorstudiums im Fach Mode und Design war ich an der Funktionsweise des Modesystems als Ganzem interessiert. Immer auf der Suche nach Wegen, das komplexe Gefüge zu verstehen und sichtbar zu machen, wollte ich mit Hilfe eines einfachen, stellvertretenden Kleidungstücks (T-Shirt) mein Wissen über die Fast-Fashion-Industrie prüfen und visualisieren.

Da es sich bei Fast-Fashion um ein riesiges, unglaublich schnelles und weltumspannendes Systemgefüge handelt, musste ich einen Weg finden mit dem Tempo und der Grösse Schritt zu halten: Per E-Mail wurde eine immer gleiche Anfrage zur Produktion eines T-Shirts weltweit gestellt. So habe ich ein Datenkonstrukt ermitteln können, welches Rohstoff für meine Erkenntnisgewinnung und Gestaltung war.

Was ist dein konkreter Beitrag zur Zukunftsgestaltung unserer Gesellschaft als künstlerisch-gestalterisch tätige Person mit Blick auf die ökologischen, politischen und/oder ökonomischen Herausforderungen? Wie siehst Du Deinen Handlungsspielraum?
Ich finde, wir sollten begreifen, dass die neuen und kommenden Technologien das Potenzial bergen, die Welt zu einem besseren Ort für den Menschen und seine Umwelt zu machen. Damit dies geschehen kann, muss deutlich werden, dass die Gesellschaft durch menschliche und nicht durch wirtschaftliche Ideale begründet sein muss.

Um diesen Paradigmenwechsel anzuregen, bedarf es wirkungsvoller, innovativer Konzepte. Werte müssen attraktiv und nachhaltig umformuliert werden: persönlich wird zu personalisiert, neu zu einzigartig, günstig zu modular und schnell zu haltbar. Ich sehe Gestaltende dabei als Schlüsselfiguren, die die unanschauliche und komplexe Welt der Daten und der Wissenschaft veranschaulichen, um eine Grundlage für deren umfassendes Verständnis zu schaffen. Denn nur, wenn wir die von uns generierten Daten auch begreifen können, sind wir in der Lage sie effektiv zu nutzen.

Wir sollten weiterhin aufhören, die Welt als Ort der voneinander abgegrenzten Disziplinen zu sehen. Wir sollten den Fokus auf das grosse Ganze lenken - interdisziplinär denken und arbeiten. Interdisziplinär bedeutet in Zukunft auch, über die Grenzen der menschlichen Geschwindigkeit und Kognition hinaus, mit Künstlicher Intelligenz zu kooperieren. Nur so können wir aus der eigens geschaffenen Multidimensionalität einen Mehrwert generieren.  

Wohin geht deine (berufliche) Reise jetzt nach dem Studium?
In Zukunft werde ich mich noch tiefer mit dem Themengebiet meiner Abschlussarbeit befassen. Irgendwann würde ich sehr gerne die Forschung und Lehre kombinieren - bis dahin möchte ich möglichst vielfältige Erfahrungen sammeln und auf dem Weg hoffentlich viele spannende Begegnungen haben!

Weitere Informationen zur Designerin Charleen Elberskirch gibt es auf Instagram und auf ihrer Website.

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