NEXT GENERATION
JOURNAL

Institut Lehrberufe für Gestaltung und Kunst

Woran erinnern wir uns eigentlich?

Woran erinnern wir uns eigentlich?

Tina Friebel, worum geht es in deiner Abschlussarbeit?
In meiner Abschlussarbeit memoria archive befasse ich mich mit den Themen Erinnerung, Gedächtnis, Erinnerungsspeicher und insbesondere mit dem „sich erinnern“ als einer Tätigkeit. Dabei interessieren die Fragen, wie und an was wir uns erinnern, und an was wir meinen, uns zu erinnern.

In einer Videoinstallation sind Bilder zu sehen, die sich bei genauem Betrachten langsam verändern. Auf den ersten Blick scheinen sie starr und unveränderlich. Neben der Vergänglichkeit der immateriellen Erinnerungen werden in der Arbeit auch die materiellen Erinnerungsspeicher angesprochen, die sich genauso in einem stetigen Wandel befinden. Super-8-Filme und VHS-Kassetten verschwinden und machen den digitalen Speichermedien Platz. Mein Bildmaterial zeigt Spuren verschiedener Speichermedien und dadurch das fortlaufende Sichern und Archivieren von ein und demselben Bildmaterial.

Wie kamst du auf dieses Thema?
Alles das, was vergänglich, ephemer und schwer festzuhalten ist, interessiert mich. Daneben fasziniert mich auch die Idee hinter Sammlungen und Archiven. Auf gewisse Weise finde ich es bizarr, was wir alles aufbewahren und archivieren. Wer archiviert was, wie, wozu und für wen? Solchen Fragen ging ich nach. Zudem fand ich bei meiner Grossmutter eine alte VHS-Kassette mit unerwartetem Inhalt. Anfänglich als Recherchematerial genutzt, wurde diese VHS-Kassette die Grundlage für das Bildmaterial meiner Arbeit.

Was ist dein konkreter Beitrag zur Zukunftsgestaltung unserer Gesellschaft als künstlerisch-gestalterisch tätige Person mit Blick auf die ökologischen, politischen und ökonomischen Herausforderungen? Wie siehst Du Deinen Handlungsspielraum?
Da ich mich irgendwo zwischen Kunst, Gestaltung und Vermittlung sehe, wird mein Beitrag auch irgendwo dazwischen stattfinden. In welcher Form genau, das wird sich in Zukunft zeigen, am ehesten wird es aber wohl in der Vermittlung sein. Kunst sowie Design stecken für mich oftmals in einer Blase, in die viel zu wenig Menschen Zugang finden. Ich denke, dass in dieser Hinsicht noch einiges getan werden kann und sollte.

Wohin geht deine (berufliche) Reise jetzt nach dem Studium?
Im Herbstsemester beginne ich den Master in Vermittlung von Kunst und Design an der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW. Ich weiss, dass ich in Zukunft nicht nur künstlerisch-gestalterisch tätig sein werde, sondern mich auch in Vermittlungs-Projekte einbringen möchte – sei es in schulischen, musealen oder anderen Kontexten.