Studium: BA Innenarchitektur und Szenografie
Jahr: 2026
Der neu gewonnene Fussgängerbereich des ehemaligen Birsig-Parkplatzes verwandelt sich in eine raumgreifende Gestaltung, die das kollektive Gedächtnis des Basler Stadtflusses reaktiviert. Entlang von vier Interventionen wird der Birsig als atmosphärische Erinnerung und Illusion erlebbar gemacht.
«Intervention 1» kündigt den Ausbruch des Birsig rein tektonisch über eine Aufwölbung mit feinen Haarrissen im Boden an. Bei «Intervention 2» entlassen flächige, raue Risse in wellenartigen Intervallen dichten Nebel. An «Intervention 3» bricht der Boden weiter auf. In einem 30 cm tiefen, offenen Wasserlauf wird der Birsig physisch greif- und begehbar. Den Höhepunkt an der Stänzlergasse markiert ein kraterartiges Aufklaffen des Bodens («Intervention 4»), aus dem der Fluss in einer Fontäne eruptiert, über die Bodenbruchstücke fliesst und zurück in die Tiefe tropft.
Ein geschwungenes Typografieband führt als informative Signaletik durch den Raum. An jeder Intervention verleihen zudem verborgene Lautsprecher dem Birsig eine eigene Stimme, die den Flanierenden die verborgene Identität des Ortes auf poetische Weise ins Bewusstsein ruft. Über das Verdunstungswasser und den aufgebrochenen Boden kühlt das Wasserspiel zugleich den Stadtraum und verbessert so spürbar das lokale Mikroklima.
Das Projekt macht die unsichtbare Geschichte des Birsig beim Vorbeigehen erlebbar und lässt den Fluss wieder zu einem aktiven Teil des Basler Stadtlebens werden. Es lädt die Menschen dazu ein, innezuhalten, hinzuhören und den Fluss unter ihren Füssen neu zu entdecken.