Studium: BA Innenarchitektur und Szenografie
Jahr: 2026
Mentor:innen: Prof. Charlotte Tamschick, Jörg Sellerbeck, Dipl.-Ing. Architekt
Credits: Nora Wüthrich, Kuratorin, Museum für Gestaltung Zürich; Valerie Keusch, Leitung Vermittlung, Schweizer Strohmuseum
«Rhenea» ist eine schattenspendende, szenografische Intervention, welche die Folgen der Wassererwärmung des Rheins räumlich verkörpert. Die aus lokal gewonnenem und von Hand verarbeiteten Wasserhahnenfuss bestehende Architektur symbolisiert die Fragilität und Vergänglichkeit des Flussökosystems.
Während ein Grossteil der heimischen Flora und Fauna deshalb verschwinden, profitiert besonders das Hahnenfussgewächs von den neuen Bedingungen. In dessen Wachstumsschub verdrängt es Artgenoss:innen und beeinträchtigt die Kleinbootsfahrt sowie das Badeerlebnis. Zeitgleich fördert es aber den Sauerstoffgehalt im Gewässer und schafft Schatten-, Lebens- und Rückzugsräume für diverse Arten, die unter lebensbedrohlichem Druck stehen.
Die fahlgrüne, wellenförmige und sich in Metamorphose – von Pflanze zu Papier – befindende Installation wächst dabei aus dem Fluss heraus und erweitert visuell die Wasseroberfläche über das Ufer. Durch die Verbindung von Mensch und Gewässer unter dem Schutzmantel des Hahnenfusses, erfahren sich Passant:innen wiederum als Teil eines gemeinsamen, leidenden Ökosystems. Dabei halten die materiellen Eigenschaften der Transluzenz und Wasserlöslichkeit das Objekt in konstantem, umweltbedingtem Wandel.
Die Vulnerabilität und Vergänglichkeit der Architektur verdeutlicht somit die Notwendigkeit permanenter Lösungen zum Schutz des Rheins, in der effizientesten Form der Beschattung.