Aline Küng

Küferhandwerk im Zentrum

Studium: Bachelor Industrial Design
Jahr: 2020
Mentor*innen: Sven Adolph , Prof. Dr. Claude Enderle
Themen: sozialer

E: aline.kueng@bluewin.ch
W: www.aline-kueng.ch
W: https://www.kueferei-suppiger.ch

Die Luft ist rauchig, leicht vernebelt und riecht nach dem offenen Feuer, welches schon den ganzen Tag mitten in der Werkstatt lodert. Man hört das das Kratzen des alten Handhobels und die hohen klirrenden Klänge, die bei jedem Hammerschlag auf den Stahlreifen ertönen. Die Atmosphäre fühlt sich fremd und doch pur und ursprünglich an.

Es ist die Atmosphäre der Küferei Suppiger aus Küssnacht am Rigi, die ein Handwerk ausführt, welches so alt scheint wie unsere Zeitrechnung und sich seit 2000 Jahren kaum verändert hat.

Die Fassherstellung ist eng mit der Schweizer Geschichte verwurzelt. Früher gehörten die aufgestapelten Dauben zu sogenannten „Daubenkästen“, zum Ortsbild jedes zweiten Dorfes. Durch das Aufkommen von Metall- und Plastikgefässen geriet das Handwerk in die Krise und immer mehr Betriebe mussten schliessen. Heute sind in der Schweiz gerade einmal drei Küfereien übriggeblieben.

Ich bin der Meinung, dass dieses Handwerk diverse Qualitäten besitzt, welche neu interpretiert, in näherer Zukunft wieder an Bedeutung erlangen werden. Motiviert durch diesen Gedanken, wollte ich ein Objekt gestalten, welches das Küferhandwerk in der Öffentlichkeit repräsentiert und verhindert, dass dieses in Vergessenheit gerät.

Während drei Tagen durfte ich in der Küferei Suppiger mitarbeiten, Fragen stellen, lernen und mich inspirieren lassen.

Das Resultat ist ein Konzept für die Neugestaltung des Küssnachter Dorfkerns. Das Zentrum bildet ein kreisrunder Brunnen, der als sozialer Treffpunkt dient und den Ort belebt. Passend zum Brunnen habe ich aus lokalem Gestein und Elementen der Küferei, einen Baumschutz, ein Sitzelement und eine Infotafel gestaltet.