Alex Herbst

Wixxer der Woche

Die Geschichte hinter einer pikanten Statue

Studium: Bachelor Innenarchitektur und Szenografie
Jahr: 2021
Mentor*innen: Andreas Wenger, Nicole Brünisholz, Julia Taubert
Mail: alex.herbst@students.fhnw.ch

Wir leben in einem privilegierten Land, dessen Reichtum zu einem beträchtlichen Teil auf kolonialen Strukturen fusst. Schweizer Unternehmen profitierten enorm vom Sklaven- und Kolonialwarenhandel – das ist Fakt. Seit einigen Jahren wird die Kolonialgeschichte der Schweiz von Medien und unabhängigen Institutionen kritisch aufgearbeitet. Dies führt dazu, dass diese Thematik zumindest in gut-gebildeten Teilen der Bevölkerung zunehmend thematisiert wird.

Sicherlich kann unsere Generation keinen Einfluss mehr auf die damaligen Vorgehensweisen nehmen - was passiert ist, ist halt passiert. Wichtiger scheint es also, das zu beeinflussen, was sich beeinflussen lässt.

Dafür blicken wir mal auf die aktuell grössten Unternehmen der Schweiz - und siehe da - nach einer kleinen Recherche muss man entsetzt feststellen, dass all diese Unternehmen postkolonialen Dreck am Stecken haben. Wie kann das sein, dass die Untaten damaliger Profiteure verurteil werden, während die heutigen Top-Schweizer Unternehmen und deren CEO‘s ehemalige Kolonialgebiete weiterhin ausbeuten? Dieser Doppelmoral muss zwingend ein Ende gesetzt werden!

Leider haben die globalen Unternehmen begriffen, dass es nicht gerade ratsam ist, Dinge wie Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden an die grosse Glocke zu hängen, denn es geht schliesslich um Gewinne und Dividendenausschüttungen an Bonzen. Jemand sollte da mal Licht ins Dunkle bringen, nur wie?

Seit der Black-Lives-Matter Bewegung sind die Statuen kolonialer Ausbeuter in Verruf geraten und werden verunstaltet. Diese negative Konnotation eignet sich bestens um die CEO’s der umsatzstärksten Schweizer Unternehmen zu inszenieren - denn auch Sie verdienen eine Statue im urbanen Raum, mit dem kleinen Unterschied, dass diese satirisch deren Schattenscheiten darstellt.

Woche für Woche, Wixxer für Wixxer, wird eine Statue im Raum Basel, in einer Nacht-und-Nebel Aktion prominent platziert und sorgt durch die satirischen Motive für Aufsehen und Empörung.

Leider werden nur die wenigsten unter uns wissen, wer der dargestellten „Wixxer der Woche“ sind, geschweige denn was sie so treiben – aber kein Problem – denn die Statue ist in Wahrheit nur ein räumliches Clickbait. Über ein angebrachten QR Code, gelangt man mit dem Smartphone zu einem Video. Dieses Video zeigt auf einer sarkastischen und provozierenden Weise die Schandtaten der Unternehmen und der, in Stein gemeisselten CEO’s auf.

Da solch niederschlagende Themen für Nichtakademiker äusserst schwer zu verdauen sind, können sie schnell zu einer Abschreckung führen. Dem entgegnet man am besten mit Satire und Humor. Glücklicherweise ist das Internet voll davon.

Bekannte Internetmemes und andere witzige Videos helfen dabei Inhalte auf eine humorvolle und lockere Weise, auch an TikTok Kids, zu vermitteln.

Kernbotschaft des Videos ist es aufzuzeigen, dass unser gesellschaftlicher Wohlstand immer noch auf der Ausbeutung Schwächerer beruht. Die Debatte um das rücksichtslose Handeln von Schweizer Konzernen ist hiermit eröffnet.

Diese Seite wurde archiviert. / This page has been archived.